Eine tote Community trägt Grün

Ich habe seit Wochen keine Nachrichten von Deutschlands größtem Business-Netzwerk Xing erhalten. Die E-Mail Adresse funktionierte nicht. Xing hat das bemerkt und den Versand von Hinweisen eingestellt. Ist mir gar nicht aufgefallen. Nach Monaten habe ich jetzt wieder mal reingeschaut.

Dabei fällt mir auf, wie stark Xing die Kommunikation seiner Mitglieder unterbindet: Facebook versendet per E-Mail Hinweise mit dem Inhalt der Nachricht, Xing nicht. Mir fällt auf, wie schlecht die Nutzer bei Xing miteinander kommunizieren: Bei Facebook reagieren die Nutzer kurzfristig auf Nachrichten, bei Xing nicht.

Randbemerkung: Bei Facebook kann ich jedem Nutzer eine Nachricht senden, bei Xing kann ich ohne kostenpflichtiges Abo nicht einmal einen neuen Kontakt begrüssen. Nichts gegen das Abo. Einahmequellen sind notwendig, um einen Service zu finanzieren. Doch schränkt Xing die Kommunikation auf der Plattform sehr stark ein.

So entzieht Xing der Community ihre Grundlage. Es macht keinen Spaß. Auch den anderen. Das spürt man. Die Qualität der Konversationen hat deutlich nachgelasen. Selbst mit Abo rechnet sich Xing nicht. Hier bin ich Kassenpatient. Dass lässt man mich spüren. Einige Gruppen machen den Eindruck, als ob sie ausschließlich dem Vertrieb von Schneeball-Systemen dienen.

Das wäre ja in Ordnung, wenn diese Lautsprecher etwas vom sozialen Netzwerken verstehen würden. Fehlanzeige. Die einfachen User dürfer sich keine Nachrichten senden. Einige Besitzer von Abos sind Hyper-Aktiv und müllen mit ihren Nachrichten im Netzwerk die Aufmerksamkeit zu tode. Push-Marketing vom Feinsten.

Xing liegt auf der Intensivstation. Die Einschränkung der Kommunikation ist eine tödliche Bedrohung. Der Monolog in den Gruppen ist die Herz-Lungen-Maschine. Sie hält den Patienten am Leben, so lange sie eingeschaltet ist.

Bild: Whoops! by noricum